
Feldhase: Steckbrief, Lebensweise & Bejagung
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist das klassische Niederwild der offenen Feldflur und ein Gradmesser für eine intakte Kulturlandschaft. Sein Bestand schwankt regional stark und hängt eng mit Landwirtschaft, Witterung und Prädation zusammen.
Steckbrief
- Lebensraum: offene Feldflur, Wiesen, Feldränder, Hecken
- Aktivität: überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
- Verhalten: Fluchttier; drückt sich tagsüber in der Sasse (flache Mulde)
- Nachwuchs: mehrere Sätze pro Jahr; Junghasen kommen behaart und sehend zur Welt
Feldhase oder Wildkaninchen?
Beide werden oft verwechselt. Der Feldhase ist größer, hat längere Löffel (Ohren) mit schwarzen Spitzen und längere Hinterläufe; er gräbt keine Baue, sondern nutzt die Sasse. Das Wildkaninchen ist kleiner, lebt gesellig in Erdbauen. Diese Unterscheidung gehört zum sicheren Ansprechen.
Bestandssituation
Der Feldhasenbesatz ist vielerorts rückläufig. Ursachen sind u. a. intensive Landwirtschaft, Verlust von Strukturen (Hecken, Brachen), nasskalte Witterung zur Setzzeit und Prädation. Lebensraumverbessernde Maßnahmen (Blühstreifen, Hecken) und eine am Besatz orientierte, zurückhaltende Bejagung sind daher entscheidend.
Bejagung
Der Feldhase wird traditionell bei der Niederwildjagd bejagt, etwa auf Gesellschaftsjagden (Treibjagden) mit der Flinte. Verantwortungsvolle Reviere bejagen nur bei ausreichendem Besatz und stellen den Lebensraum in den Vordergrund. Ein brauchbarer Jagdhund zum Apportieren gehört dazu.
Hinweis: Die genauen Jagd- und Schonzeiten legen die Bundesländer fest und unterscheiden sich regional — maßgeblich ist immer das jeweilige Landesrecht.
Häufige Fragen
Wo schläft der Feldhase? In der Sasse, einer flachen Mulde im Feld — er gräbt keinen Bau.
Wie unterscheide ich Hase und Kaninchen? Größe, Löffellänge mit schwarzen Spitzen und die Lebensweise (Sasse vs. Erdbau).
Warum gehen die Besätze zurück? Vor allem Lebensraumverlust, Landwirtschaft, Witterung und Prädation.
Vom Wissen zur Praxis
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