
Weidmannssprache: Die wichtigsten Begriffe der Jägersprache (Glossar)
Die Weidmannssprache (auch Jägersprache) ist eine jahrhundertealte Fachsprache mit hunderten eigenen Begriffen. Sie ist nicht nur Tradition, sondern präzise Verständigung — und fester Bestandteil der Jägerprüfung. Hier findest du die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt, thematisch geordnet.
Körperteile des Wildes
- Decke: das Fell von Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild.
- Schwarte: die Haut des Schwarzwilds.
- Balg: das Fell von Haarraubwild, Fuchs, Hase und Kaninchen.
- Lichter: die Augen.
- Lauscher: die Ohren des Schalenwilds; beim Hasen und Kaninchen heißen sie Löffel.
- Äser: das Maul des wiederkäuenden Schalenwilds; beim Schwarzwild spricht man vom Gebrech/Wurf.
- Windfang: die Nase.
- Träger: der Hals.
- Läufe: die Beine; Schalen sind die Hufe des Schalenwilds.
- Lunte: der Schwanz des Fuchses; beim Reh die Blume (mit dem weißen Spiegel), beim Schwarzwild der Pürzel, beim Hund die Rute.
- Waffen / Gewaff: die Eckzähne (Hauer und Haderer) des Keilers.
Kopfschmuck
- Geweih: der Kopfschmuck von Rot-, Dam- und Sikawild (jährlich abgeworfen und neu geschoben).
- Gehörn: der Kopfschmuck des Rehbocks.
- Schnecken: die gewundenen Hörner des Mufflon-Widders (werden nicht abgeworfen).
- Fegen: das Abreiben des Bastes vom fertigen Geweih/Gehörn.
- Abwerfen: das jährliche Abstoßen des Geweihs.
Verhalten & Lebensweise
- Äsen: das Fressen des Wildes; die Äsung ist die Nahrung.
- Brechen: das Aufwühlen des Bodens durch Schwarzwild.
- Ziehen: das ruhige Wechseln des Wildes von einem Ort zum anderen.
- Sich verhören: aufmerksam lauschen (vom Wild).
- Suhle: die Schlammpfütze, in der sich Schwarz- und Rotwild wälzt.
- Malbaum: der Baum, an dem sich Wild nach der Suhle reibt.
- Losung: der Kot des Wildes.
- Fährte: die Spur des Schalenwilds; beim Niederwild und Raubwild spricht man von der Spur.
Paarungszeiten
- Brunft: Paarungszeit von Rot-, Dam- und Sikawild.
- Blattzeit: die Brunft des Rehwilds (Juli/August).
- Rauschzeit (Rausche): die Paarungszeit des Schwarzwilds.
- Ranz: die Paarungszeit von Fuchs und anderem Raubwild.
- Balz: die Paarungszeit beim Federwild.
Jagdpraxis
- Ansprechen: Wild nach Art, Geschlecht, Alter und Stärke sicher bestimmen — vor dem Schuss.
- Anblick: das Erblicken von Wild ("Anblick haben").
- Ansitz: das Warten an einem festen Platz (oft auf dem Hochsitz/der Kanzel).
- Pirsch: das langsame, leise Anschleichen an das Wild.
- Kirrung: eine kleine Lockfütterung, v. a. für Schwarzwild.
- Strecke: die Gesamtheit des erlegten Wildes ("Strecke legen").
- Erlegen: das waidgerechte Töten des Wildes.
- Aufbrechen: das Ausweiden des erlegten Wildes; der Aufbruch sind die Eingeweide.
- Zerwirken: das fachgerechte Zerlegen des Wildbrets.
- Wildbret: das Fleisch des Wildes.
- Trophäe: Geweih, Gehörn, Schnecken oder Waffen als Andenken.
Schuss, Schweiß & Nachsuche
- Schweiß: das Blut des Wildes.
- Anschuss: die Stelle, an der das Wild im Augenblick des Schusses stand.
- Pirschzeichen: Hinweise am Anschuss (Schweiß, Haare, Knochensplitter), die Aufschluss über den Treffer geben.
- Blatt: der Schulterbereich; der Blattschuss trifft Herz/Lunge in der Kammer (Brustraum).
- Nachsuche: das Auffinden von verletztem oder verendetem Wild, meist mit einem Jagdhund.
- Verenden: das Sterben des Wildes; verendet = tot.
Wild-Begriffe nach Art
- Kahlwild: weibliches Rot-/Damwild samt Kälbern.
- Rotte: der Familienverband des Schwarzwilds.
- Sprung: ein Trupp Rehwild.
- Rudel: der Verband von Rot-, Dam- oder Muffelwild.
- Frischling, Überläufer, Bache, Keiler: Schwarzwild nach Alter/Geschlecht.
- Bock, Ricke, Kitz: Rehwild nach Geschlecht/Alter.
- Hirsch, Tier, Kalb: Rotwild nach Geschlecht/Alter.
Brauchtum & Grüße
- Weidmannsheil: der Glückwunsch zum erlegten Wild und allgemeiner Jägergruß.
- Weidmannsdank: die Antwort darauf — der Dank des Beglückwünschten.
- Bruch: ein abgebrochener Zweig als jagdliches Zeichen (z. B. der letzte Bissen für das erlegte Wild).
- Strecke verblasen: das Ehren der Strecke mit Jagdsignalen am Ende der Jagd.
- Waidgerechtigkeit: das ethische Fundament der Jagd — verantwortungsvoll, tierschutzgerecht, respektvoll.
Dieses Glossar wächst weiter. Viele Begriffe vertiefen wir in eigenen Ratgebern — etwa zu den einzelnen Wildarten, den Jagdarten und der Jagdwaffe.
Die Jägersprache lernt man in der Ausbildung
Die Weidmannssprache ist fester Bestandteil der Jägerprüfung. Wer sie beherrschen will, lernt sie in der Ausbildung an einer Jagdschule. Vergleiche Jagdschulen nach Bundesland und fordere unverbindlich Angebote an — den Kostenrahmen zeigt der Jagdschein-Kostenrechner.


