
Decke und Schwarte verwerten: Fell gerben lassen
Zur ganzheitlichen, waidgerechten Verwertung gehört mehr als das Wildbret: Auch Decke (das Fell von Rehwild und anderem Haarwild) und Schwarte können sinnvoll genutzt werden — als Fell, Leder oder Dekoration. Wer das Tier vollständig verwertet, handelt im Sinne von Respekt und Nachhaltigkeit. Dieser Beitrag zeigt den Weg. Er ergänzt die Beiträge zur Wildversorgung und zur Nachhaltigkeit.
Sauber aus der Decke schlagen
Die Grundlage für ein gutes Fell ist das sorgfältige Abziehen, das „Aus-der-Decke-Schlagen". Je sauberer und verletzungsfreier die Decke abgezogen wird, desto besser lässt sie sich später verarbeiten. Schnitte und Risse mindern die Qualität. Das Abschwarten ist Teil des Zerwirkens.
Konservieren bis zur Gerbung
Frische Decke verdirbt schnell. Bis zur Weiterverarbeitung muss sie konserviert werden — klassisch durch gründliches Einsalzen (Trockensalzung), das der Decke Feuchtigkeit entzieht und sie haltbar macht, oder durch zügiges Einfrieren. Fleisch- und Fettreste werden vorher entfernt. Kühl, trocken und luftig lagern.
Gerben — meist eine Sache für den Fachbetrieb
Das eigentliche Gerben, das die Haut dauerhaft in Leder oder haltbares Fell verwandelt, ist anspruchsvoll. Viele Jäger geben Decke und Schwarte an eine Gerberei oder einen Kürschner, die das fachgerecht erledigen. Wer es selbst versuchen will, braucht Zeit, Geduld und das passende Wissen über die jeweilige Gerbmethode. Das Ergebnis — ein weiches Fell oder robustes Leder — ist eine schöne, langlebige Erinnerung.
Verwendung
Aus gegerbten Decken und Schwarten entstehen Felle für Wohnraum und Sitzauflagen, Leder für Accessoires oder Bezüge. So bleibt vom Wild nicht nur das Wildbret in der Küche, sondern ein weiterer Teil sinnvoll erhalten — ganz im Sinne der vollständigen Verwertung.
Die ganzheitliche Verwertung des Wildes ist gelebte Waidgerechtigkeit und Teil der Ausbildung. Finde hier deine Jagdschule.


