
Brunft und Paarungszeiten beim Schalenwild
Die Paarungszeit ist im Leben des Wildes der Höhepunkt des Jahres — und für den Jäger eine besondere Phase. Tiere, die sonst heimlich leben, werden aktiv, ziehen weit und sind tagaktiver als sonst. Wer die Brunft- und Rauschzeiten kennt, versteht das Verhalten des Wildes besser. Dieser Überblick ergänzt die einzelnen Wildart-Steckbriefe.
Die Begriffe der Jägersprache
Für die Paarungszeit gibt es je nach Wildart eigene Begriffe: Beim Rehwild spricht man von der Blattzeit, beim Rot-, Dam- und Sikawild von der Brunft, beim Schwarzwild von der Rausche und beim Gamswild ebenfalls von der Brunft. Diese und viele weitere Ausdrücke erklärt das Weidmannssprache-Glossar.
Die wichtigsten Paarungszeiten
Beim Rehwild fällt die Blattzeit in den Hochsommer; eine Besonderheit ist die verzögerte Entwicklung, durch die der Nachwuchs erst im Folgejahr gesetzt wird. Beim Rotwild und beim Damwild liegt die Brunft im Herbst — die Zeit des Röhrens der Hirsche. Das Schwarzwild rauscht schwerpunktmäßig in der kalten Jahreszeit, kann sich aber über das Jahr fortpflanzen. Die genauen Zeiträume schwanken je nach Witterung, Region und Bestand.
Was die Brunft für die Jagd bedeutet
In der Brunft verändert sich das Verhalten: Hirsche röhren und ziehen umher, Böcke reagieren auf den Blattruf, das Wild ist insgesamt aktiver und weniger vorsichtig. Das eröffnet jagdliche Möglichkeiten wie die Lockjagd mit dem Blatter zur Blattzeit. Gleichzeitig verlangt gerade diese Zeit besonders sorgfältiges Ansprechen und Zurückhaltung, um die richtigen Stücke zu erlegen.
Brunft und Schonzeit
Welche Stücke wann bejagt werden dürfen, regeln die Jagd- und Schonzeiten der Länder — sie nehmen Rücksicht auf Paarung und Aufzucht. Verbindlich sind stets die aktuellen Bestimmungen deines Bundeslandes, siehe Jagd- und Schonzeiten.
Wildbiologie und das Verständnis von Brunft und Fortpflanzung sind zentraler Prüfungsstoff. Finde hier die passende Jagdschule in deiner Nähe.


